Der Begleitbrief - der Türöffner
Auffallend, interessant, überzeugend und leicht lesbar, so muss Ihr Begleitbrief getextet sein, damit der Personalleiter auf Ihre Bewerbung eintritt. Wie das Curriculum vitae darzustellen ist und was darin stehen sollte, ergibt sich aus den Tatsachen. Beim Begleitbrief ist es schwieriger. Wie vorgehen, damit der Personalleiter anbeisst? Eigentlich ist es ganz einfach: auf den Empfänger ausgerichtet eben. Was für den Inhaber einer Werbeagentur 'megaheiss' ist, findet der Personaldirektor der Grossbank schlicht unanständig und unannehmbar. Das Grundrezept heisst also: Immer an den Leser denken.
Die Bewerbung ist die erste Chance, um auf sich aufmerksam zu machen. Wie das am besten geht, darüber gehen die Meinungen auseinander. Im Wesentlichen sind sich alle einig: Personalleiter wünschen klar strukturierte, übersichtliche, einfach lesbare Unterlagen. Sie haben keine Zeit, sich durch Aktenberge durchzuwühlen, und sie haben keine Lust, über einer Bewerbung zu brüten; da fällt die Entscheidung schnell: Absage. Einen zügigen und wirkungsvollen Begleitbrief zu schreiben ist keine Hexerei; an fünf Punkte sollten Sie denken. 1. Keine Standardschreiben.Standardschreiben sparen Zeit und bringen nichts als Absagen. Ein gutes Schreiben orientiert sich am Inserat und den darin aufgeführten Qualifikationen und Aufgaben. Der Schreiber macht klar: Für diese Stelle bin ich der Richtige, weil ich die Anforderungen erfülle. Nochmals: der erfolgreiche Begleitbrief ist empfängerorientiert.2. Fakten und InformationenStreichen Sie nichtssagende Phrasen und Floskeln; sie kosten dem Leser Zeit und sie sind inhaltsleer. Versuchen Sie, so gut wie immer möglich, das von Ihnen Verlangte deckungsgleich zu machen mit dem, was Sie bieten. Also: nur Fakten, Tatsachen und Belegbares, keine Behauptungen, keine Wünsche, keine Absichten.3. Schreiben Sie zügig und lesbarIhre Sätze sollten schlank und direkt sein. Also keine Schlangensätze und keine Satzfetzen. Subjekt, Prädikat, Objekt, Punkt. Zum Beispiel: «Ich beherrsche die englische Sprache, weil ...». Anders gesagt: Eine oder zwei Aussagen pro Satz reichen meistens.4. Zeigen Sie Selbstbewusstsein und DynamismusVermeiden Sie Tätigkeitswörter wie «glauben, denken, möchte, könnte», und Umstandswörter wie "eventuell, vermutlich, allenfalls". Alle diese Weichmacher verraten mangelndes Selbstbewusstsein.Drechseln Sie aktive Sätze, das klingt dynamischer. Vermeiden Sie das Passiv. Aufgepasst, wenn irgendwo das Wort «werden» erscheint. Gut: «Ich habe in Skandinavien ein Vertriebsnetz aufgebaut und den Umsatz in fünf Jahren von null auf acht Prozent des Gesamtumsatzes gesteigert.» Weniger gut: «Das Skandinaviengeschäft wurde von mir wahrgenommen.» Schlecht: «Ich würde allenfalls mich auch in Skandinavien engagieren, wenn es von mir verlangt würde.» 5. Auch das Formelle auf den Empfänger ausrichtenZum Beispiel die Anrede: «Sehr geehrte Damen und Herren; Guten Tag; Grüezi, Hallo» - alles kann passen oder völlig daneben sein, je nachdem. Zum Abschluss: Anstatt immer nur festzustellen, dass die Grüsse freundlicher Natur seien, warum nicht einmal: «Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag.»Die Betrifftzeile. Sie wollen sich doch abheben von allen den Langweilern mit der stereotypen Betrifftzeile: «Ihr Inserat vom 2. März in der NZZ.» Dann lassen Sie sich etwas Gescheiteres, Originelleres einfallen. Zum Beispiel: «Hydrauliker mit Skandinavienerfahrung gibt es wenige.» Jetzt die Anrede: Guten Tag, Herr Johnson. Jetzt der Lauftext: «Einer davon bin ich.» Wie lange sollte der Begleitbrief ausfallen? Auch das richtet sich nach den Umständen und nach dem Informationsbedürfnissen von Schreiber und Leser. Faustregel: Der Text des Begleitbriefes sollte eine Seite mit rund 25 Textzeilen nicht überschreiten. |
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