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Der Umgang mit schwierigen Bewerber-Kandidaten im Interview


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Die Eindrücke, die aufgrund aller Äusserungen im Gespräch mit dem Bewerber und aufgrund der Gesprächsatmosphäre als Ganzes gesammelt werden, erlauben eine Beurteilung des Bewerbers nach wesentlichen Persönlichkeitsmerkmalen und den Erwartungen gemäss Anforderungsprofil. Es gibt Interviews, bei denen die "Chemie" vom ersten Lächeln und Händedruck an stimmt ? und solche, bei denen jede Kompatibilität fehlt. Ist man sich aber bewusst, mit welchen eher problematischen Personen man es möglicherweise zu tun hat, kann man sich mindestens darauf einstellen. Dabei sollen folgende Situations- und Personenbeschreibungen behilflich sein.


Wenn die Chemie nicht stimmt...

Es kann vielerlei Gründe geben, warum in einem Vorstellungsgespräch keine gemeinsame Wellenlänge zustande kommt. Andererseits erlebt jeder Interviewer aber auch Gespräche, die aufgrund bestimmter Verhaltensweisen der Bewerber einfach nur noch als enervierend bezeichnet werden können. In solchen Situationen dennoch objektiv und fair zu bleiben, zeichnet den professionellen Interviewer aus.

Wenn eine Rolle gespielt wird...

Eine Kategorie der anstrengenden Bewerber sind zum Beispiel Damen, die an die Beschützerinstinkte ihres Gegenübers appellieren. Diese naive, weltfremde "Vorteilsstrategie" kann sehr irritierend wirken und wird meistens als unzulässige Manipulation gewertet. Ob es sich dabei um ein längst verinnerlichtes Verhalten handelt, erfährt man am besten durch einige gezielte ironische Bemerkungen. Werden Rollen völlig überzeichnet und extrem gespielt, sollte man das Gespräch höflich, aber bestimmt beenden.

Schauspieler oder Bewerber?

Ebenso berechtigt reagieren die meisten Interviewer negativ auf Selbstdarstellungen der Bewerber, die in jeder Lebenslage die Grössten sind und für die es nichts gibt, was sie nicht "fest im Griff" hätten. Zu diesem "Grössenwahn" gehört, dass sie den Verlauf des Gesprächs bestimmen und oftmals Antworten auf Fragen geben, die sie selbst für wichtig halten, die aber gar nicht gestellt wurden. Da solche Bewerber nicht fähig sind, gut zuzuhören, ist es empfehlenswert, das Gespräch "aus Zeitgründen" abzubrechen, und sich höflich zu verabschieden.

Wenn endlos Fragen gestellt werden...

Gut vorbereitete Bewerber bekommen Pluspunkte, aber man sollte kurz und bündig mit denjenigen sein, die nach einer halben Stunde ununterbrochenen Fragens und mehrfach erteilten (aber missachteten) Hinweisen, dass diese oder jene Einzelheit doch einem weiteren Gespräch vorbehalten bleiben sollte, nicht beenden können.

Wenn jedes einzelne Wort entlockt werden muss...

Bei Bewerbern, die nach einer Frage, die sie eigentlich zum Reden animieren soll, einsilbig antworten oder leise Geräusche äussern, wirken Gesprächstechniken selten. Entweder man lässt bewusst längere Pausen zu, um diese Einseitigkeit des Gesprächs deutlich werden zu lassen, oder man entscheidet kompromisslos und beendet das Gespräch.

Passives Verhalten: Desinteresse oder Hemmungen?

Solche passiven Bewerber sind nicht interessiert, mehr zu erfahren. Sie zu aktiverem Interesse zu ermuntern, ist meist vergebliche Zeitverschwendung. Das Gespräch sollte kurz gehalten werden, dann auf die ausgehändigte Visitenkarte verweisen und anbieten, dass der Kandidat jederzeit mit konkreten Fragen anrufen könne. Meldet sich ein Kandidat auch dann nicht, kann davon ausgegangen werden, dass das festgestellte Desinteresse nicht Grund für persönliche Hemmungen war, sondern eine grundlegende Haltung.

Der misstrauische und negative Typ

Diese Bewerber sind permanent auf der Hut, reagieren gereizt bei jeder normalen Verständnisfrage und fühlen sich in der schwächeren Position, vielleicht aufgrund negativer Erfahrungen. Vor allem durch ihre Körpersprache machen sie es deutlich, dass sie sich im Leben ungerecht behandelt fühlten. Stellen Sie die Frage, ob derjenige mit den bisherigen Gesprächspartnern so viele schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ist die Antwort erklärend, kann man Verständnis aufbringen. Sollte sie aber aggressiv ausfallen, wäre es eindeutig negativ zu beurteilen.

Wenn Angst und Stress zu sehr dominieren...

Bei Bewerbern, die vor lauter Angst fast schon nicht mehr klar denken können, hilft vielfach nur noch ein psychologisch geschulter Interviewer. Oder im schlimmsten Fall sollte das Gespräch abgebrochen werden, weil man als Interviewer unter diesen Rahmenbedingungen sowieso keinen vernünftigen und realistischen Eindruck bekommt.

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